Saalgespräch mit Diplompsychologin Angela Kreuz

Angela Kreuz

Am Montag, den 21. September um 14 Uhr zeigen wir den Film Open Dialogue.

In den 80er Jahren erneuerte eine Gruppe progressiver Psychologen und Psychiater im Norden Finnlands die klassische psychiatrische Versorgung schizophrener Patienten. Heraus kam eine Methode, die seit vielen Jahren herausragende Therapieerfolge für Erstpsychosen aufweisen kann: der „offene Dialog“.
Das Vorgehen ist an sich schnell erklärt: Auf telefonische Anfrage sucht ein interdisziplinäres Therapeutenteam unverzüglich den Klienten auf, der sich in einer psychotischen Krise befindet. Es folgen in der Regel tägliche Besuche überwiegend zuhause, bis die Krise überstanden ist. Eine stationäre Einweisung in die psychiatrische Klinik wird möglichst umgangen, um Isolation und Stigmatisierung zu vermeiden. Neuroleptika werden nur bei Bedarf in geringen Dosen und zeitlich begrenzt gegeben. Da der Ausbruch einer Psychose in engem Zusammenhang mit emotionalen Problemen in den zwischenmenschlichen Beziehungen gebracht wird, werden die Familie und das soziale Netz des Klienten konsequent in den Behandlungsprozess miteinbezogen. Im „Offenen Dialog“ ist jede einzelne Stimme wichtig, insbesondere die des Klienten selbst. In wertschätzender Atmosphäre werden Beziehungen und Bedürfnisse geklärt und damit gesundheitsfördernde Bedingungen in der häuslichen Umgebung geschaffen. Erst wenn alle Beteiligten auf Augenhöhe gehört worden und miteinander ins Gespräch gekommen sind, können sich tragfähige Lösungen ergeben.
Die ursprünglich 2011 veröffentlichte 74-minütige Dokumentation „Open Dialogue“ von Daniel Mackler ist eine Collage aus Interviews mit dem ambulanten Behandlungsteam in Tornio, Westlappland, bei der außerdem u.a. der Open-Dialogue-Forscher Prof. Dr. Jaakko Seikkula zu Wort kommt.

Die Regensburger Diplompsychologin Angela Kreuz hat für den Film die deutsche Untertitelung gemacht. Sie hat die Dokumentation bereits an mehreren Orten gezeigt und ist dieses Jahr mit ihr beim ZWICKL dabei. Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion statt, bei der die Übersetzerin anwesend sein wird.

 

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